Sonntag, 5 Juli 2009 @ 1:11p.m. • Abi
Am gestrigen Samstag habe ich meine letzte Prüfung für dieses Schuljahr abgelegt und nun habe ich nur noch relaxte drei Wochen Unterricht vor mir, ohne mich auf weitere Klassenarbeiten, Referate oder Vokabeltests vorbereiten zu müssen.
Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass dieses Schuljahr
a) so schnell rumgehen und
b) so arbeitsintensiv sein wird
aber es hat sich, denke ich, gelohnt.
Die Infoveranstaltung für unsere Oberstufenwahl hat auch schon stattgefunden und ich merke doch den Unterschied zum ’normalen‘ Tagesgymnasium.
Natürlich sind die Pflichtfächer (Mathe, Deutsch, eine Fremdsprache = bei mir Englisch, Geschichte und eine Naturwissenschaft = bei mir Physik) fest gesetzt, aber bei den Wahlfächern haben die Schulen ja Spielraum und da ist es am Abendgymnasium ein wenig eingeschränkt.
So habe ich zum Beispiel keinen Sport und auch nicht die Wahlmöglichkeit, Gemeinschaftskunde im Abi zu nehmen. Ganz zu schweigen von Informatik 🙁
Aber dafür werden mir andere lustige Fächer wie Philosophie oder Astronomie angeboten und ich denke, für eines dieser Fächer werde ich mich auch erwärmen können.
Über meine Fächerwahl muss ich mir diese Woche nochmal genauer Gedanken machen, ich kann ja in aller Ruhe sämtliche Szenarien durchspielen. Blöd nur, dass ich nur 1/4 der Lehrer kenne, die mir zur Wahl stehen :/
Aber erstmal gibts Zeugnisse für dieses Schuljahr (das vergleichbar ist mit der 11. Klasse am Gymnasium).
Wenn alles so läuft, wie ich es vermute und mir ausgerechnet habe, werde ich wohl keine drei auf dem Zeugnis haben (und nein, auch keine 4, 5 oder 6). Nun harre ich der Dinge, die da kommen, am 24. gibts dann alles schwarz auf weiß.
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Montag, 30 März 2009 @ 9:50p.m. • Abi
Schon knapp zwei Monate liegt beim wirklich überraschend (im Vergleich zu den früheren Leistungen) gutes und hart erarbeitetes (okay, so überraschend waren die guten Noten dann doch nicht) Zeugnis bei mir fein säuberlich abgeheftet im Schrank. Nachdem (wie immer eigentlich) kurz vor Abgabe der Noten die Lehrer noch „schnell schnell“ die letzten Bewertungen der Schüler gemacht haben, konnte ich mich auch mal vier Woche vom Lernen und Konzentrieren erholen. Ich wusste gar nicht mehr, welch Wohltat es ist, NICHT zwei Klassenarbeiten an einem Wochenende zu schreiben.
Was ich aber besonders positiv hervorheben kann ist, dass ich erstaunlich viel von mathematischen Funktionen und Parabeln aus meiner Gymnasialzeit behalten hatte. Und dass ich so ein Überflieger in Physik sein werde, hätte ich auch nicht vermutet. Na, warten wir mal ab, wie es weiter geht. Aber schonmal danke Herr Uhl, Herr Eisen und Joerg 🙂
Inzwischen ist die Erholungsphase leider aber auch schon wieder vorbei und ich starte gut belehrt ins zweite Halbjahr. Ich hab vor allem mitgenommen, dass ich mich früher auf die Arbeiten vorbereiten sollte, dann gibts nicht so nen Stress am Abend vor der Arbeit. Aber, wer kennt das nicht, plötzlich werden jede Menge andere Dinge viiiel wichtiger… und wenn es nur das Bügeln von drei Körben Wäsche ist *urgs* oder die Steuererklärung.
Nichts desto trotz werde ich versuchen, immer einen Schwung Französischvokabeln im der Tasche zu haben um die Zeit in der S-Bahn sinnvoll zu nutzen. Denn der nächste Vokabeltest kommt auch schon bald und da ich durchschnittlich 2 Klassenarbeiten am Wochenende hab, bleibt mir nicht mehr so viel Zeit fürs Vorauslernen.
Wie sagt meine Oma doch so schön: „Not macht erfinderisch“.
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Freitag, 30 Januar 2009 @ 2:28p.m. • Abi
Als ich mit dem Abendgymnasium anfing, wusste ich nicht genau, was mich erwartet. Ich habe mir die schrecklichsten Dinge ausgemalt von unschaffbaren Lernpensa (ja! so heißt die Mehrzahl von Pensum wirklich! also auch – Pensen gilt nämlich auch), ausschließlich jungen, wissbegierigen, schlauen, mir geistig absolut überlegenen strebsamen Schülern und nicht schaffbaren Klassenarbeiten.
Ich kann glücklicherweise berichten, dass es (zumindest an meinem Abendgymnasium) im gros nicht der Fall ist: Wenn man lernen will, kann man das. Wer sich drei Abende die Woche für die Schule gönnt, kommt sehr gut im Unterricht mit, die Mitschüler sind bunt gemischt vom gerade fertig ausgebildeten Azubi bis hin zur Mama, deren Kinder jetzt in die Pubertät kommen und ihr dadurch wieder mehr Zeit für sich und die Schule lassen. Und die Klassenarbeiten… tja. Wie erwähnt, wer etwas tut, der kommt mit.
Ich habe auch (war ja zu erwarten) viele Parallelen zu meiner Voll-Schulzeit festgestellt. Die anfänglich überraschendste war, dass man durch Lernen viel erreichen kann und durch Faulsein viel verpasst. Was bin ich froh, dass ich das ich _die_ Kurve inzwischen bekommen hab. Und ein Verhalten ist mir auch sehr schnell aufgefallen: kaum darf man sich selber entschuldigen, fehlen die berüchtigten Kandidaten in ungeliebten Fächern. Aber inzwischen bin ich ja so vernünftig, dass ich weiß, warum ich dahin gehe und es daher keinen Sinn hätte, zu fehlen. Und schließlich brauch ich die (gute) Note in dem Fach ja auch, um es nächstes Jahr abwählen zu können.
Nächsten Freitag gibts Halbjahreszeugnisse. Ich bin gespannt.
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Mittwoch, 24 September 2008 @ 2:28p.m. • Abi
…ich stehe in meiner Küche und denke mir beim Blick auf die Küchenuhr ‚warum mach ich das eigentlich?‘
Die Sonne blitzt schon hinterm Berg hervor und mich überkommt das unbändige Verlangen, mich mit meinem Tee aufs Sofa zu legen und meinen Hasen beim Frühstück zuzukucken.
Aber nein, ich bin ja an diesem arbeitsfreien Tag so früh aufgestanden, um gleich die S-Bahn in die Stadt zu nehmen, damit ich pünktlich zum Unterrichtsbeginn um 9 in der Schule bin.
Also noch schnell einen Schokoriegel und nen Apfel in den Schulrucksack (jaha!) und dann ab zur Schule. Auf dem Bahnhof begegne ich fröhlichen Leuten, die sich über das Urlaubsziel unterhalten, zu dem sie grade unterwegs sind. Aber ich will ja lernen gehen. Zumindest red ich mir das in solchen Situationen gutgehend ein.
In der Bahn blätter ich in meinem Schulordner und stelle fest, dass ich die Deutsch-Hausaufgaben nicht gemacht habe. Macht aber nix, ich war ja a) letztes Mal nicht da und hab b) erst gestern Abend davon erfahren. Ich nehm mir also vor, das Dingen noch in der Mittagspause zu schreiben, stelle dann in der Schule aber fest, dass die Lehrer am Abendgymnasium alle sehr flexibel sind und bekomm von meinem Mitschüler erstmal die Kontaktdaten der Lehrkörper in Form von E-Mail Adressen. Wie cool!
Ich muss also die an diesem Samstag aufbekommenen Hausaufgaben („schreibe eine Interpretation über ‚vor dem Gesetz‘ von Franz Kafka“) nicht möglichst leserlich auf acht DIN-A4 Seiten schreiben, sondern kann sie an meinem PC tippen und dann auf elektronischem Weg übermitteln.
Desweiteren habe ich festgestellt, dass das, was ich schon in der neunten Klasse meiner Mama versucht hab, verständlich zu machen, wirklich stimmt: Erfolge in einem Fach hängen vom Lehrer ab!
Ich dachte ja immer, ich bin in Mathe und Französisch einfach unbegabt, aber nein, das ist ja alles gar nicht so schwer, wenn man es einfach richtig erklärt bekommt.
Ich musste gar nicht mit den Potenzzahlen kämpfen, die Aufgaben haben sich mir fast alle freiwillig ergeben und in Französisch kann so schön sein, wenn man auch versteht, was der Lehrende von einem möchte.
So, und nun muss ich anfangen, die Interpretation zu schreiben.
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Samstag, 20 September 2008 @ 7:03p.m. • Abi, Technisches
Zur Einschulung im September habe ich nicht nur viele Bücher, Aufgaben und gute Wünsche bekommen, sondern auch, was jedem Neueingeschulten zusteht: eine Schultüte (jawoll!)

In meiner waren aber nicht die üblichen Dinge wie Schleck- und Spielzeug, sondern (neben Schafkalender, Schafbleistiften… merkt man, dass ich Schafe mag?) was viiiiel Besseres: ein iPhone. Seither beleitet mich das inzwischen in einer pinkfarbenen Hülle wohnende Teil überall hin mit, es ist ja so klein und passt in jede Tasche. Und es ist toll, was das alles kann: Kalender, Notizen, Musik, Spiele, Videos… achso und Telefonieren kann man damit auch noch.
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Freitag, 5 September 2008 @ 9:48a.m. • Abi
Nachdem ich 2004 die Berufsschule erfolgreich abgeschlossen hatte, in der blauäugigen Hoffnung, nie nie wieder die Schulbank drücken zu müssen, hab ich mich im Frühjahr dieses Jahres nun doch wieder zur Schule angemeldet – zur Abendschule mit dem Ziel Abitur.
Ich kann es schließlich nicht auf mir sitzen lassen, dass meine jüngere Schwester Fachabi hat und ich ’nur‘ eine abgeschlossene Ausbildung. Wo kämen wir denn da hin.
Daher werden in den nächsten drei Jahre keine Urlaube außerhalb der regulären Schulferien mehr möglich sein (und das, wobei ich mich doch so gefreut habe, endlich in der günstigen Nebensaison ohne quengelnde Kinder urlauben zu können!), denn mein Unterricht wird immer am Wochenende stattfinden: die Unterrichtszeit ist Freitags von 17-22 und Samstags von 9-17 Uhr.
Am Abendgymnasium Stuttgart gibt es für alle Lernwilligen die Möglichkeit, die Mittlere Reife, die Fachhochschulreife oder das Abitur zu machen. Je nach Vorkenntnissen und Abschluss dauert das dann zwischen zwei und vier Jahren.
Die Kosten sind ganz erträglich, wenn man davon ausgeht, dass man ’nebenher‘ ähm also quasi Vollzeit noch arbeitet: Pro Semester fallen 270 Euro an. Verglichen mit den Fernkursen Abitur, die dann gleich mal mit rund 1500 Euro pro Jahr zu Buche schlagen, also noch recht günstig.
Der Vorteil, den das Abendgymnasium für mich bietet, ist, dass ich jederzeit, wenn ich mal nicht weiterkommen sollte, einen Lehrer vorne stehen hab, den ich so lange fragen kann, bis ich es verstanden hab (oder bis er wegläuft…). Natürlich ist dann für mich nahezu jedes Wochenende in den nächsten drei Jahren verplant, aber ich mach das ja schließlich auch nicht zum Spaß.
Heute ist der Einschreibeabend, bei dem ich dann hoffentlich noch ganz viele Informationen bekomme, und danach bin ich dann wieder offiziell Schüler – wo bleibt meine Schultüte?
geschrieben von freuerin •
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