7:12 an einem Samstag
…ich stehe in meiner Küche und denke mir beim Blick auf die Küchenuhr ‚warum mach ich das eigentlich?‘
Die Sonne blitzt schon hinterm Berg hervor und mich überkommt das unbändige Verlangen, mich mit meinem Tee aufs Sofa zu legen und meinen Hasen beim Frühstück zuzukucken.
Aber nein, ich bin ja an diesem arbeitsfreien Tag so früh aufgestanden, um gleich die S-Bahn in die Stadt zu nehmen, damit ich pünktlich zum Unterrichtsbeginn um 9 in der Schule bin.
Also noch schnell einen Schokoriegel und nen Apfel in den Schulrucksack (jaha!) und dann ab zur Schule. Auf dem Bahnhof begegne ich fröhlichen Leuten, die sich über das Urlaubsziel unterhalten, zu dem sie grade unterwegs sind. Aber ich will ja lernen gehen. Zumindest red ich mir das in solchen Situationen gutgehend ein.
In der Bahn blätter ich in meinem Schulordner und stelle fest, dass ich die Deutsch-Hausaufgaben nicht gemacht habe. Macht aber nix, ich war ja a) letztes Mal nicht da und hab b) erst gestern Abend davon erfahren. Ich nehm mir also vor, das Dingen noch in der Mittagspause zu schreiben, stelle dann in der Schule aber fest, dass die Lehrer am Abendgymnasium alle sehr flexibel sind und bekomm von meinem Mitschüler erstmal die Kontaktdaten der Lehrkörper in Form von E-Mail Adressen. Wie cool!
Ich muss also die an diesem Samstag aufbekommenen Hausaufgaben („schreibe eine Interpretation über ‚vor dem Gesetz‘ von Franz Kafka“) nicht möglichst leserlich auf acht DIN-A4 Seiten schreiben, sondern kann sie an meinem PC tippen und dann auf elektronischem Weg übermitteln.
Desweiteren habe ich festgestellt, dass das, was ich schon in der neunten Klasse meiner Mama versucht hab, verständlich zu machen, wirklich stimmt: Erfolge in einem Fach hängen vom Lehrer ab!
Ich dachte ja immer, ich bin in Mathe und Französisch einfach unbegabt, aber nein, das ist ja alles gar nicht so schwer, wenn man es einfach richtig erklärt bekommt.
Ich musste gar nicht mit den Potenzzahlen kämpfen, die Aufgaben haben sich mir fast alle freiwillig ergeben und in Französisch kann so schön sein, wenn man auch versteht, was der Lehrende von einem möchte.
So, und nun muss ich anfangen, die Interpretation zu schreiben.
geschrieben von freuerin • Permalink • Kommentar hinterlassen »